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Texte

Susanne Petersen, Sängerin
Ich stehe vor dem gelben mittelgrossen Zwetschgenbild mit gelbem und warmem ockerfarbenen Untergrund (Yin), der mich irgendwohin ab- und wegsaugt, weg von der Oberfläche in ein Tieferes, Unbekanntes.

Aus und von diesem Untergrund "quellen" die yang-und sonnen-gesättigten etwa neun Zwetschgengestalten hervor - in verschiedenen Tönen, Färbungen und Lebensstadien: reife-unreife, rote-violette, belichtete-unbelichtete, nahe-ferne, klare-diffuse....

Das Bild als Ganzes: Yin und Yang in schönster dualer Konsonanz - und mehr noch: neben den leisen Farbströmungen des Hinabsaugens und Hervorquellens - neben dem Mondigen und Sonnigen - neben dem Solistischen, Chorischen und Räumlichen - beglückt mich zutiefst die am Rand nur wenig bemalte Leinwand in so "banalem" Schnur-Beige.

Heureka! Unter dem scheinbar wirklichen Bild verweilt das Ungeborene und Ungesehene und Ungeschöpfte und Unberührte, ein Wuji, wie ein letzter Grund des Seins.

Ist es nicht seltsam, wie diese unbemalte Stelle mich tief berührt?